WEM KAM WAS ZUGUTE?

 

Ein  Teil des Erlöses unseres Martinsmarktes kommt  jedes Jahr der Rudolf Steiner Schule Nienstedten zugute. Außerdem unterstützten wir verschiedene anthroposophisch orientierte Therapien. All dies könnten wir nicht tun, wenn Sie uns nicht dabei in verschiedenster Weise unterstützen würden. Herzlichen Dank allen Schülern, Eltern und Lehrern, die sich am Gelingen des Festes beteiligt haben. So wirkt der Martinsmarkt mindestens zweimal beglückend. Wenn man den Tag genießt und wenn man dann den Mantel teilen kann. Im folgenden ein Rückblick:

 

 

2017

Bildungsprojekte im Libanon und Burkina Faso

 

Ein Waldorfkindergarten in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon und ein Alphabetisierungsprojekt für Erwachsene in Burkina Faso: Das waren die beiden Projekte, für die der Martinsmarkt zu gleichen Teilen gespendet hat.


Der Waldorfkindergarten „Bait al-Shams“ von der Initiative „Just Childhood“ befindet sich im „Shatila Refugee Camp“ im Libanon. Dieses Lager palästinensischer Flüchtlinge besteht seit 1949 - es wurde ein Jahr nach dem arabisch-israelischen Krieg 1948 gegründet. Ursprünglich bewohnt von einigen Hundert Flüchtlingen, leben hier inzwischen etwa 30 000 Flüchtlinge - auf nur einem Quadratkilometer Raum. Als wäre das nicht genug, ist das Lager teilweise durch den Krieg im Libanon stark zerstört. Und es wächst unkontrolliert in die Höhe. Die Verhältnisse sind extrem beengt, es gibt zu wenig Privatsphäre, zu wenig Licht, die Zustände werden immer unhygienischer. Die Folge: Gewalt, auch in den Schulen, Drogen und psychologische Probleme sind allgegenwärtig.


Grade hier kann die Waldorfpädagogik den Kindern einerseits Halt und andererseits Raum für Phantasie und Entwicklung geben, dachte sich die Gründerin Wiebke Eden-Fleig (Mutter an unserer Schule) - und schuf diesen Kindergarten, in den inzwischen mehr als 50 Kinder jeden Morgen gehen. Damit die Kinder „einen sicheren Platz zum Lernen haben - und um einfach Kind sein zu können“. Denn das ist die Basis für eine friedlichere Zukunft.



Erwachsenen in Burkina Faso das Lesen und Schreiben beibringen - das leistet das Alphabetisierungsprojekt des Vereins „Lernen dürfen e.V.“ für nur 18 Euro jährlich pro Schüler. 98 Prozent Analphabeten gab es im isolierten Südosten des Landes noch 2009 unter den Erwachsenen. Seitdem arbeitet „Lernen dürfen“ mit neuen Schulen und Infrastruktur erfolgreich daran, das zu ändern - für Kinder und Erwachsene. Im Sommer 2017 haben sich nun 875 junge Erwachsene angemeldet, um noch in ihrer ethnischen Sprache das Lesen und Schreiben lernen möchten - denn früher gab es für sie gar keine Schulen. Die Martinsmarkt-Spende schließt nun die Finanzierungslücke - und stellt das Alphabetisierungsprojekt für alle Schüler sicher. Oder, anders gerechnet, finanziert der Martinsmarkt die Schulkosten für etwa 165 Schüler. Dort lernen die Männer und Frauen in einfachen Strohhütten neben Lesen und Schreiben auch Grundrechenarten sowie Grundsätzliches über Ernährung, Hygiene und Familienplanung.


 

 

2016

Klosterschule in Myanmar

 

Ein Waldorfkindergarten in einer Klosterschule in Myanmar - das war in diesem Jahr das Spendenprojekt des Martinsmarktes. Dank der finanziellen Zuwendung baut die Mudita Foundation e.V. einen geplanten Info-Pavillon in der Klosterschule Htet Eain Gu in der Nähe des Inle Sees in Myanmar. Klosterschulen sind buddhistische Waisenheime mit Internats-Charakter und sind oft die einzige Möglichkeit, für benachteiligte Kinder, eine Schulbildung zu erlangen. In der Klosterschule Htet Eain Gu leben und lernen etwa 200 Kinder. Parallel entstehen dank weiterer Spenden Gebäude für den Kindergartenbetrieb, Unterbringungsräume für Volontäre, Sanitätsraum und Bad aus anderen Spenden. Außerdem wird ein Bio-Garten angelegt.


Der Info-Pavillon wird mit traditionellen Materialien wie Bambus oder Lehm gebaut. Dabei kommen traditionelle Bautechniken zum Einsatz, wie der deutsche Mönch Mokkhita schreibt: Als Fundament dienten Bambusstangen, die gegen den Termitenbefall nicht mit Chemikalien sondern mit Naturstoffen behandelt werden. Über offenem Feuer würden sie in einem Tank mit Neem-Blättern, Kräutern, Öl und anderen Naturstoffen gekocht - und sollen so für mindestens vierzig Jahre immun gegen Termitenbefall sein.


 

 

2015

Spende für Flüchtlingsarbeit im Nordirak

 

Der Sozialkreis beschloss mit großer Mehrheit, die Hauptspende aus den Erlösen des Martinsmarkts 2015 der Arbeit mit Flüchtlingen zukommen zu lassen. Konkret wurde mit dem  Betrag ein notfallpädagogischen Einsatz für Flüchtlinge im Nordirak unterstützt. Die Einsätze werden von den Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners organisiert. In der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak mit ihren 5,3 Millionen Einwohnern sind mehr als zwei Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aufgenommen worden – im Großraum der Stadt Dohuk leben neben offiziell 320.00 Einwohnern mittlerweile mehr als 650.000 Flüchtlinge zumeist in Lagern. Die Flüchtlinge in Dohuk kommen vor allem aus Syrien oder sind Binnenflüchtige aus dem Irak, also Menschen, die aus den vom IS beherrschten Gebieten geflohen sind.

In diesen Flüchtlingslagern fand vom 22. April bis 06. Mai der Einsatz statt, das internationale Einsatzteam bestand aus Experten und Expertinnen der Musik-, Kunst und Waldorfpädagogik sowie einer Bothmergymnastin und einem Eurythmisten. Ein Arzt begleitete das Einsatzteam, um bei medizinischen und psychotherapeutischen Fragen zur Seite zu stehen. UNICEF hat die Eröffnung von einfachen Schulen in den Flüchtlingslagern finanziert. Dort bieten Lehrer und Lehrerinnen, überwiegend selbst Flüchtlinge aus den Lagern, Schulunterricht an. Mit ihnen wurden pädagogische Schulungen unter traumaspezifischen Gesichtspunkten durchgeführt. Neben der täglichen notfallpädagogischen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen der Lager als Schwerpunkt gab es auch ein beratendes Angebot für die Eltern.

www.freunde-waldorf.de

 

 

2014

 

 

An unserer Schule wird der größte Teil des Geldes für soziale Notfälle bereitgestellt. Daneben gibt es für die Klassen 1-13 Zuschüsse für Spielsachen, Vorträge bzw. Projekte. Die Bühne wird in der Akustikanlage gefördert und es wird Geld für unterrichtsbezogene Anfragen in den Fachbereichen Geschichte, Kunst sowie für den Förderbereich gestellt.

 

 

2013

Benita-Quadflieg-Stiftung für das Kinderhaus Mignon

 

2013 ging der Erlös des Martinsmarkts an eine anthroposophische Einrichtung in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserer Schule. An das Kinderhaus Mignon, das hier sein Stammhaus hat und von der Benita-Quadflieg-Stiftung gefördert wird. Dort können schwer traumatisierte Kinder, die meist aufgrund Kindeswohlgefährdung nicht bei ihren Eltern bleiben können, im familienanalogen Umfeld aufwachsen. Wichtigstes Ziel ist es, die Kinder soweit zu stabilisieren, dass eine Entwicklung wieder möglich ist und sie später ihr Leben eigenständig meistern können. Aktuell soll aufgrund des geplanten Verkaufs des Hauses bis zum Jahresende die Übernahme durch die Benita-Quadflieg-Stiftung bewerkstelligt werden. Hierfür werden dringend Spenden benötigt.

 

 

2012

Integratives Kindergartenprojekt Wilhelmsburg

 

Ein Teil des Erlöses kam dem Interkulturellen Waldorfkindergarten Hamburg-Wilhelmsburg zugute, der Kindern mit Migrations-hintergrund und sozialer Benachteiligung die Waldorfpädagogik zugänglich machen möchte. So wird eine Grundlage für inter-kulturelle Begegnungsfähigkeit geschaffen, und damit die Voraussetzung für gegenseitiges Verstehen und wechselseitige Toleranz. Der Interkulturelle Waldorfkindergarten Hamburg-Wilhelmsburg betreibt eine Krippen- und eine Elementargruppe, eine Integrationsgruppe in der auch Kinder mit Handicap waldorfpädagogisch betreut werden können, gibt es seit Oktober. Unsere Spende galt der Ausgestaltung einer Garderobe, einer Küchenzeile und Spielsachen, da dies nicht durch die öffentliche Hand gefördert wird.

 

 

2011

„jamliner” Bandbreit als soziale Übung

 

Die „jamliner“ sind zwei ehemalige Linienbusse, die zu mobilen Tonstudios ausgebaut sind, in denen Jugendliche aus sozialen Brennpunkten Hamburgs von professionellen Musikern über einen Zeitraum von 6 Monaten in Bandarbeit angeleitet werden. Sie komponieren, texten, singen und bearbeiten ihre Produktionen selber und erlernen das Spielen der notwendigen Instrumente. Regelmäßig stehen die Busse je ein Mal in der Woche an je einem Standort und arbeiten mit 6 Bands à 5 Jugendlichen pro Tag. Jugendliche, die in ihrem Leben im Wesentlichen die Erfahrung des Scheiterns erleben, erfahren hier die professionelle Anerkennung ihrer schöpferischen Leistung, die Basis für soziale Kompetenz, Disziplin und ein gestärktes Selbstbewusstsein. Seit zwei Jahren wird mit dem „jamliner“ auch in der Jugendhaftanstalt Hahnöversand gearbeitet. Das Projekt leistet hier einen Beitrag zu einer möglichen Rückkehr jugendlicher Straftäter in unsere Gesellschaft und wird aus Spenden finanziert. Insbesondere die Arbeit in Hahnöversand bedarf dringend einer weiteren finanziellen Unterstützung.

Rudolf Steiner Schule - Nienstedten ⋅ Elbchaussee 366 ⋅ 22609 Hamburg

Tel: 040/822400-0 ⋅ sozialkreis@waldorfschule-nienstedten.de